Prof. Dietrich Harrach
Übungen: Dr. Frank Maas
Date: SS 98
Hoch- und Tiefpaß
Die induktiven und kapazitiven Widerstände haben jeweils charakteristische Frequenzabhängigkeiten, während der Ohmsche Widerstand frequenzunabhängig ist. Wenn die äußere Spannung keine harmonische Zeitabhängigkeit mit nur einer Frequenz hat, sondern sich als lineare Überlagerung von harmonischen Spannungsverläufen mit unterschiedlichen Frequenzen, Amplituden und Phasen darstellen läßt. dann wirken für verschiedene Frequenzen unterschiedliche Widerstände. Die Zusammensetzung eines aus unterschiedlichen Frequenzen zusammengesetzten Signals wird dadurch verändert. Die einfachsten Anordnungen dieser Art sind frequenzabhängige Spanungsteiler, die jeweils die hohen Frequenzen (Hochpaß) oder tiefen Frequenzen (Tiefpaß) begünstigen.
Ein Spannungsteiler aus einem Kondensator und einem Ohmschen Widerstand, an dem die Ausgangsspannung abgegriffen wird, stellt einen Hochpaß dar. Die Spannung am Widerstand berechnet sich aus





gegeben. Die Ausgangsspannung
entspricht bei tiefen Frequenzen der Eingangsspannung. Bei hohen Frequenzen
geht das Verhältnis

Beim Anlegen einer Spannung U0(t) ist der Spannungsverlauf am Kondensator
durch
gegeben, was bei kleinen Zeiten annähernd dem Integral des Eingangsimpulses
entspricht. Die Schaltung wird deshalb auch Integrierglied genannt. In Analogie
wird der Hochpaß auch Differenzierglied genannt.
Ein perodisches Rechtecksignal, das für die halbe Periode T/2 den Wert Null und den Wert U0 für die zweite Hälfte der Periode annimmt hat eine Fourierdarstellung

würde
den Beitrag mit der Frequenz
und den Beitrag
schwächen.
Frequenzfilter
Bei einer Serienschaltung von Ohmschen Widerstand, Induktivität und Kapazität ist der Spannungsverlauf am Ohmschen Widerstand durch



entspricht die
Ausgangsspannung der Eingangsspannung (Durchlaßfilter) und die Phasenverschiebung
verschwindet. Bei den Frequenzen
(
)sinkt der Durchlaß auf
.
Wenn man Spule und Kondensator zunächst parallel schaltet und den Ohmschen Widerstand
in Serie , dann ist die Spannung am Widerstand durch
gegeben.
Bei der Resonanzfrequenz ist der Durchlass Null. Dies ist das sogenannte Sperrfilter .
Die Phasenverschiebung ist durch
Transformatoren
Ein unschätzbarer Vorteil für den Wechselstrom bei Transport und die Verwendung
liegt in der Möglichkeit Spannungstransformatoren einzusetzen. Diese erlauben
den fast verlustfreien Wechsel der Betriebsspannung. Beim Transport über das
Leitungsnetz werden Spannungen von bis zu 150 kV verwendet. Bei konstantem Leitungswiderstand
R und übertragener Leistung N ist die relative Verlustleistung

ist umgekehrt
proportional zur verwendeten Spannung U. Beim Transformator werden jeweils
zwei Spulen magnetisch durch ein gemeinsames Eisenjoch gekoppelt, so daß der
von der Primärspule L1 erzeugte Magnetfluß die Sekundärspule L2vollständig
durchsetzt (und umgekehrt). Um Wirbelströme zu vermeiden wird das geschlossene
Joch aus ferromagnetischen Lamellen zusammengesetzt und durch Schrauben zusammengepreßt.
Im unbelasteten Transformator fließt in der Sekundärspule kein Strom und es
gilt bei einer Eingangsspannung
die Selbstinduktionsspannung

.Die mittlere Leistung 

Im belasteten Fall führt auch die Sekundärspule einen Strom. Der vom Strom I2
erzeugte magnetische Fluß
muß dem vom Primärstrom I1
erzeugten Magnetfluß
hinzuaddiert werden:
.
Bei Belastung des Transformators durch einen komplexen Widerstand Z gelten die gekoppelten Gleichungen
mit den Lösungen:
Da
ist gilt beim belasteten Transformator das Spannungsverhältnis

Bei idealer Kopplung ist
und damit U2/U1=N2/N1,unabhängig vom Lastwiderstand Z.
Bei einer nichtidealen Kopplung
sinkt das Spannungsverhältnis mit wachsendem Sekundärstrom.
Bei einer rein induktiven Last
ist das Spannungsverhältnis
reell (180 Grad Phasenverschiebung)

kann das Spannungsverhältnis


Elektromagnetische Schwingungen
Wird ein Kondensator C über eine Spule L entladen, so werden elektrische Schwingungen beobachtet die sich in völliger Analogie zu mechanischen Schwingungen etwa eines Federpendels beschreiben lassen. Die elektrische Energie eines Kondensators ist

betrachtet werden. Die magnetische Energie der stromdurchflossenen Spule ist

betrachtet
werden. Die Gesamtenergie W=Wel+Wmag ist erhalten. Durch die Ableitung
von


.Dieselbe DGL (``Kräftegleichgewicht'') kann auch aus der Maschenregel ermittelt werden
![]()

![]()


Solange der Radikand größer als Null ist gibt es oszillatorische Lösungen

und
.Die weiteren Fälle, wie der aperiodische Grenzfall oder der Kriechfall, treten
wie im mechanischen Analogon auf.