Prof. Dietrich Harrach
Übungen: Dr. Frank Maas
WS 97/98
Organisatorisches
Bestehen der KLAUSUR (typ 60% der max. Punktzahl) am Semesterende
Bislang drei Gruppen:
1) Prof. Neuhausen Do 13-15
2) Prof. Trübenbacher Do 13-15
3) Prof. Walcher Do 13-15
4) N.N. bei Bedarf O. u. Z. nach Vereinbarung
5) N.N. bei Bedarf
1.1 Bedeutung der Experimentalphysik
1.2 Modellbegriff in der Physik
1.3 Einordnung der Physik in Kultur, Wissenschaft und Technik
2. Physikalische Messungen
2.1 Grundgrößen in der Physik (Normale und Messverfahren)
2.2 Maßsysteme
2.3 Meßgenauigkeit und Meßfehler
3. Mechanik des Massenpunkts
4. Bewegte Bezugssysteme und spezielle Relativitätstheorie
5. Systeme von Massenpunkten. Stöße
6. Dynamik starrer ausgedehnter Körper
7. Reale feste und flüssige Körper
8. Gase
9. Strömende Flüssigkeiten und Gase
10. Mechanische Schwingungen und Wellen
11. Wärmelehre
Literatur
Deutschsprachige Lehrbücher:
1) Demtröder Experimentalphysik 1 (Mechanik und Wärme) ISBN 3-540-56543
2) Dransfeld, Kienle, Vonach Physik I (Newtonsche und relativistische
Mechanik) ISBN 3-486-22149-3
3) Bergmann-Schäfer Lehrbuch der Experimentalphysik Band 1 (Mechanik,Akustik,
Wärmelehre) ISBN 3-11-012391-6
4) Gerthsen Kneser Physik
Englischsprachige Lehrbücher:
1)Halliday Resnick
2)Berkeley Physics Course 1
3)Feynman Lectures 1
1. Einführung und Überblick
-messend beschrieben
-beliebig wiederholbar
-reproduzierbar an anderem Ort zu anderer Zeit
Ziel:
-Systematisierung der Messergebnisse
-Fassung in einen mathematischen Zusammenhang
-Erkennen physikalische Gesetzmäßigkeiten
-Verknüpfen meßbarer physikalischer Größen in mathematischen Gleichungen
-Reduktion empirischer Zusammenhänge auf allgemeinere Prinzipien
Der Modellbegriff in der Physik
Modell: idealisiertes, vereinfachendes Abbild eines physikalischen
Zusammenhangs
-Reduktion auf die wesentliche Fragestellung
-vereinfachte mathematische Behandlung
z.B.
Ersetzung realer Körper durch einen Massenpunkt
Vernachlässigung der Luftreibung beim freien Fall
Man spricht vom ''Standardmodell'' der Teilchenphysik, und meint damit den bisherigen Gipfel
des Reduktionismus(''Weltformel'')
Physikalische Hypothesen/ Arbeitsmodelle
Modelle können experimentell überprüft werden
Bestätigung, Widerlegung oder Verfeinerung
Philosophische Frage nach der Wirklichkeit bzw. objektiven Realität
Die Physikalische Beschreibung bietet bestenfalls ein widerspruchsfreies
Abbild der materiellen Natur
Hierzu kann man z.B. Kap 1.3-1.5 in Demtröder(1) die historische Entwicklung
nachlesen
Die Welt ist reicher als der Teil den man messend und modellmäßig erfassen kann
Nachbarwissenschaften
-Biologie/ Biophysik
-Chemie/ Physikalische Chemie
-Astrophysik
-Geophysik Meteorologie/ Physik der Atmosphäre
-Materialwissenschaft
-Energiewandlung
-Verkehrstechnik
-Nachrichtenübertragung
Kap. 2 Physikalische Messungen
MESSEN - Vergleichen mit einem Normal/Maßstab
Das Normal repräsentiert die Maßeinheit
Maßstäbe werden mit dem Normal geeicht
Meßergebnis = Maßzahl * Maßeinheit
Forderungen an ein Normal:
genügende Genauigkeit
reproduzierbar
vertretbarer Aufwand
Güte der Messung:
Zuverlässigkeit (-> optische Täuschungen, Ablesegenauigkeit)
Genauigkeit (z.B. Ganggenauigkeit von Uhren)
Man braucht mindestens drei Grundgrößen:
-Länge
-Zeit
-Masse
Durch Kombination lassen sich im Prinzip Maßeinheiten aller physikalischen
Größen darstellen
Aus praktischen Gründen werden noch eigene Einheiten für Temperatur und elektrische Stromstärke verwendet
2.1 Längeneinheiten
Seit 1875 das Meter: 1/10 000 000 eines Erdquadranten (leider 0.02 % falsch)
Repräsentiert durch Platin-Iridium Maßstab mit zwei Marken
Genauigkeit ca. 10-6 d.h.
Seit 1960 Wellenlänge der orangen Fluoreszenzlinie des Krypton 86
Genauigkeit 10-8
Seit 1983 Festlegung der Vakuumlichtgeschwindigkeit auf:
c0= 299 792 458 m/s
Definition:
1m ist die Strecke die das Licht in 1/299 792 458 s durchläuft.
Wegen des Zusammenhangs
kann man aus einer Frequenzmessung die Wellenlänge bestimmen
Damit ist die Genauigkeit des Längenmaßstabs and die des Zeitmaßstabs
gekoppelt.
Die in der Physik angetroffenen Längenskalen reichen vom
-Quark (< 10-18m)
-Durchmesser des Alls (10+26m
LJ)
Andere Längeneinheiten:
Kernphysik: 1 Fermi=10-15m=1 fm
Atomphysik: 1 Ångström= 1 Å=10-10m=0.1 nm
Astronomie: 1 Astronomische Einheit = 1 AE = mittl. Abst. Erde Sonne(große
Halbachse) =
m
1 LJ =
m
1 Parsec = 1 pc =
m = 3.2 LJ
1 pc = 1 AE / tan(1 '' )
Messverfahren
Sekundärnormale
Schieblehre (1/10 mm) mit Noniusablesung
Mikrometerschraube (1/100 mm=10
Interferometer
Laufzeitmessung(Laser,Radar) z.B. Erde-Mond(
km)auf 3 cm